CHRONIK Rudergruppe WSA Polizei 1980 - 1984
Rudi RABE baut 1980 wieder eine Ruderjugendgruppe auf - unterstützt von Edgar ROSENTHAL, der in diesem Jahr zum Ruderwart gewählt wurde. Es gelingt jedoch nicht, junge Leute - zwischen 20 und 30 Jahren - zu werben.
Tischtennis ist in den auslaufenden 70er Jahren bei den Ruderern sehr gefragt. Bei den Deutschlandturnieren des DRV sind wir - mit einigen Kanuten als Verstärkung - oft mit zwei Mannschaften dabei.
Breitensport/Nebensport 1980
Im April 1980 wurde die Punktrunde beendet.10 ,,Alte-Herren“ Mannschaften spielten in einer Gruppe. Die drei Erstplazierten:
Harburger RC 36 Punkte
Biller RC 32,4 Punkte
SV Polizei Hamburg 26,10 Punkte.
1980 wird im Winterhalbjahr wieder viel Tischtennis gespielt. Der Umkleideraum wird um einige Quadratmeter verkleinert und der gewonnene Platz im Trainingsraum reicht jetzt für zwei TT-Platten. Hantelarbeit ist nicht mehr sehr beliebt und wird nur noch von wenigen betrieben. Erfreulich ist der Aufschwung beim Laufen. Immer mehr Ruderer finden Gefallen am Langstreckenlauf. Der Kreis der Läufer, der sich mit der Strecke bis zur Rabenstraße nicht mehr zufrieden gibt und ganz um die Alster läuft, wird immer größer.
Über Pfingsten führt eine Crew von fünf Ruderern eine Wanderfahrt auf dem Main durch und im Juni gehen zwölf Mann auf Bodensee-Kurs. In acht Tagen rund um den Bodensee.
Nach dem Anrudern im Frühjahr mit drei Booten steigt auch die schon obligatorische Herbstwanderfahrt von Bremen nach Osterholz-Scharmbeck mit drei Booten. Alles in allem ein erfolgreiches Wanderruder-Jahr.
Am 20. April 1980 war Bootstaufe am Isekai.Zwei neue Ruderboote waren dabei. Der Renneiner für Iris wurde auf den Namen ,,Adler“ getauft und der Trimmi erhielt den
Namen ,,Rabe“. Mitgliederstand z.Zt. 43 Erwachsene. Ab Mai beginnt der Aufbau der Jugendgruppe.
Bootsbestand: 15 Boote / 1 Gigachter, 3 Gigvierer, 1 Gig-Doppelzweier, 1 Kunststoffzweier, 1 Rennvierer, 2 Renneiner, 4 Kunststoff-Einer, 1 Trimmi, 1 Klinker-Einer m. St. (für Wanderfahrten).
Die 1980 gegründete Jugendgruppe beginnt sich 1981 zu festigen. Man kann jetzt auch wieder einen Jugendachter auf dem Wasser sehen.
Das Wanderrudern nimmt immer größeren Raum ein. Beim traditionellen Anrudern der Wanderruderer zur Tatenberger Schleuse sind zwei Vierer und ein Doppelzweier dabei, Im Juni fahren zwei Vierer von Kassel auf der Fulda über die Weser nach Bremen. Ein dritter Vierer wollte von Eschwege auf der Werra zur Weser bis Hameln. Wegen starken Hochwassers fiel diese Tour aus.
Im August fährt Edgar Rosenthal allein auf der Unterelbe. Eine ähnliche Fahrt hatte er 1980 mit Rudi Rabe durchgeführt. Mit dem Einer m. St. (Gondel) waren sie durch den Hafen zur Unterelbe gefahren, bei Kolmar in die Krückau eingebogen - mit Ziel Elmshorn nach ca. 10 Stunden. Mit der S-Bahn nach Hause und am nächsten Tag Rückfahrt. Nun fährt Edgar Rosenthal allein mit dem breiten Kunststoffeiner Trimmi (Rabe). Er biegt diesmal in die Pinnau ein und rudert bis Pinneberg.
Im September steigt noch eine Ostfriedlandfahrt. Zwei Vierer befahren den Ems-Jade-Kanal von Wilhelmshaven nach Wiesmoor und zurück.
Iris VÖLKNER erringt zwei Deutsche Meisterschaften. Sie siegt überlegen im Riemenzweier o. St. und ebenfalls in Renngemeinschaft im Riemenvierer m. St.. Bei den Weltmeisterschaften in München kommt sie als Schlagfrau im Riemenvierer m. St. als einziges deutsches Boot in den Endlauf und belegt den 5. Platz. Da sie ab Sommer 1981 in Köln Sport studiert, trainiert sie auch mit ihrem neuen Einer in Köln.
Vier Ruderer, die Architekten Christian FRÜNDT und Paul GEISSLER und die sie in der Organisation unterstützenden Werner PREISLER und Hartmut MEYER führen Erhaltungs- und Verschönerungsarbeiten am Bootshaus in einer Größenordnung von ca. 50.000,-- DM durch.
Am Ende des Ruderjahres 1981 ist der „Club der Tausender“ auf zehn Ruderer angewachsen. Die Idee entstand auf der Wanderfahrt auf dem Bodensee. Der Schweizer Ruderklub ARVON hatte im Clubhaus mehrere Becher mit Namen, Jahreszahl und erruderten Kilometern. Wir erfuhren nun, dass jedes Mitglied, das in einem Jahr mehr als 1.000 km rudert, auf diese Art in den Club der Tausender kommt. Jetzt gehören Edgar ROSENTHAL, Heinz BAUMGARDT, Norbert WULF, Rudi RABE, Klaus SCHOPPER, Christian FRÜNDT, Helmut MÖLLER, Wolfgang GÜNTHER, Wolfgang KELLE und Hartmut MEYER unserem ,,Club im Club“ an.
Das Jahr 1982 beginnt wieder mit dem Anrudern der Wanderruderer nach Tatenberg an der Dove Elbe. Wir sind, obwohl Hamburgs kleinster Ruderclub, am stärksten vertreten (drei Vierer, ein Doppelzweier und ein Trimmi). Seit langer Zeit sind auch wieder einmal vier Jugendliche dabei.
Im Juni führt uns die große Wanderfahrt auf den Main. Von Bamberg bis Aschaffenburg rudern zwölf WSAP-Ruderer (jeweils zehn Mann in zwei Vierern und zwei Mann mit einem Bus und einem Pkw als Begleiter) in zehn Tagen 310 km. Fahrtenleiter Klaus SCHOPPER hatte die Fahrt wieder so gut organisiert, dass alle hell begeistert waren und für die 1983 geplante Donaufahrt von Passau nach Wien zusagten.
Iris VÖLKNER ist auch dieses Jahr wieder unser rennrudersportliches Aushängeschild. Nach erfolgreichen In- und Auslandsstarts gewinnt sie bei den Deutschen Meisterschaften in München zwei Titel für die Rudergruppe der WSAP, den Vierer mit und den Zweier ohne. Bei den Weltmeisterschaften in Luzern gewinnt sie ganz überlegen das kleine Finale, aber es reichte eben ´nur´ zum siebenten Platz.
Unser Hausarchitekt Paul GEISSLER beginnt mit den Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt unserer Renovierungsarbeiten - mit der Erneuerung des Sanitärtraktes (ca. 150.000,--DM).
Für einen Pokalschrank, in dem unsere 1.000 km - Pokale stehen, spenden Jürgen SENGPIEL und Hartmut MEYER 970,-- DM.
Rüdiger HEERDEGEN dekoriert unseren neugestalteten Clubraum.
Nachdem im Herbst noch einmal dreizehn Ruderer von Emden aus zu einer Ostfrieslandfahrt und einige Ruderer von Trier nach Koblenz auf der Mosel starten, kann das Jahr 1982 als sehr aktives Ruderjahr verbucht werden.
Im Jahr 1983 ist der Mitgliederstand leicht angestiegen. Unser Professor (Klaus SIEVEKING) verzog nach Bremen und Dr. DEO (Wolfgang GÜNTHER) nach Karlsruhe - außerdem traten noch drei jüngere Mitglieder aus. Dass wir trotzdem wieder über 60 Mitglieder sind, ist auf das Anwachsen unserer Jugend zurückzuführen. Neben vier Erwachsenen haben sechs Jugendliche zu uns gefunden. Diese - jetzt 15 - Jugendlichen sind mit Begeisterung dabei und lassen für die Zukunft hoffen.
Die stärkste deutsche Ruderin - so konnte man es auch dieses Jahr wieder mehrfach im ,,Rudersport“ lesen - unsere Iris VÖLKNER, gewann neben vielen großen Regatten auch wieder die ,,Deutsche Meisterschaft“. Es war ihr 7. Meistertitel. Bei den anschließenden Weltmeisterschaften kam sie in den Endlauf und wurde mit nur 2/100 Sek. Rückstand auf die Bronzemedaillien-Gewinnerin im ,,Riemenzweier ohne“ Vierte. Selbstverständlich ist sie mit dieser Leistung im kommenden Jahr bei den Olympischen Spielen in Amerika (Los Angeles) dabei.
Immer beliebter werden unsere Wanderfahrten. Nachdem wir in den letzten Jahren neben vielen kleineren Fahrten die Weser, den Bodensee und den Main befahren haben, war 1983 die Donau unser Ziel. 25 Ruderer (!!!) beteiligten sich an dieser Tour. Die erste Gruppe, unter Fahrtenleiter Klaus SCHOPPER, fuhr vom 17. - 25. Juni, während die zweite Gruppe, unter Fahrtenleiter Norbert WULF, die Boote von der ersten Crew übernahm und im Anschluss ruderte. Die Fahrt ging von Passau nach Wien und alle Beteiligten waren wieder restlos begeistert. Im Spätsommer waren wir dann noch einmal für zwei Tage in Friedrichtadt und ruderten auf der Eider und der Treene.
Unser Bootshaus wird immer schöner. Nicht zuletzt ein Verdienst der Rudergruppe - an der Spitze Architekt Paul GEISLER. Im November wurde der Eingang umgebaut. Treppe und Tür sind erneuert worden. In den Vorraum kam ein Fliesenfußboden - so wie er in den übrigen Räumen ist - und von den Wänden wurde die grün/weiße Ölfarbe entfernt. Auch der Obmann Heinz SCHRÖDER dürfte langsam erkannt haben, was er an der Rudergruppe hat. Unser Klubhaus wird jetzt selbst vom AAC, der bisher nur bei den vier großen Alsterclubs tagte, in Anspruch genommen.
Der vor einigen Jahren ins Leben gerufene Club der 1000er inspiriert die Leistungen der einzelnen Ruderer immer mehr. In diesem Jahr bekamen wieder drei Ruderer ihren Pokal -Helmut GERHARDT, Rolf SCHOPPER und unser Senior Horst PIEL. Die wertvollste Leistung dürften die von Horst PIEL erruderten über 1000 km sein. Nicht nur, dass er mit über 70 Jahren mit Abstand der Älteste ist, er hat alle seine Kilometer mit seinem privaten Skiff erbracht; und nur mit Fahrten auf der Alster. Keine Wanderfahrt mit Strömung und keinen Kilometer am Steuer!
Auf der Ruderer-Jahresversammlung am 22. November gab es keine Überraschungen. Dank der Spenden von ´Katastrophen-RUDI´ und Helmut MÖLLER von DM 100,-- und den DM 500,-- unseres Gast-Rudervereins Pinguin haben wir wieder ein kleines Rudergruppen-Konto.
Die Wanderfahrten 1984 nahmen wieder viel Raum ein, und zum Schluss wurden DIAs vom letzten Jahr gezeigt. Bei einer Beteiligung von 30 - 40 Ruderern konnte der Ruderwart Edgar ROSENTHAL diese Versammlung sowie das verflossene Ruderjahr 1983 als zufriedenstellend bewerten.
Das Jahr 1984 war das Jahr der Iris VÖLKNER. Doch trotz dieser überragenden Leistungen war auch im Breitensport einiges los. Dank des Anwachsens der Jugend auf fast 20 Jungen stieg die Gesamtmitgliederzahl auf beinahe 70 Ruderer.
Beim traditionellen Anrudern der Hamburger Wanderruderer - diesmal nach Wilhelmsburg - waren wir mit drei Vierern dabei.
Über Ostern wurde die erste Wanderfahrt durchgeführt. Mit zwei Vierern ging es von Schnackenburg (hier fließt die Elbe von der DDR in die Bundesrepublik Deutschland) über Lauenburg und Geesthacht nach Hamburg.
Anfang MAI fuhr Edgar ROSENTHAL mit 10 Jungen übers Wochenende auf der Elbe nach Over und zurück.
Im Frühjahr erhält Iris im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Bootshaus in Anwesenheit von Presse, Vorstand SVP und AAC den Olympiapass. Wenige Tage davor erfolgte eine Ehrung durch den Senat für ihre Erfolge 1983
(1 . Platz DM und 4. Platz WM). Der Verband der Sportjournalisten schlägt sie aufgrund ihrer überragenden Erfolge für den Sport-Oskar vor.
An einem Vorsommerwochenende trafen sich unter der Regie von Wolfgang KELLE und Uwe SEMMERT mehrere Ruderer und brachten die Lichtverhältnisse im Ruderschuppen in Ordnung, während ein anderer Kreis viele Arbeitsstunden für die Bootsaufarbeitung erbrachte.
Der Anlegesteg - seit langer Zeit in sehr üblem Zustand wurde unter der Leitung von Paul GEISSLER generalüberholt. Technisch begabte Leute zeigten hier ihr ganzes Können.
Eine spontane Spendenaktion für die Anschaffung eines Kunststoffeiners - angeregt von Helmut MÖLLER mit der Vorgabe von DM 1.000,-- - erbringt ca. DM 4.000,--. Davon kann, neben dem Kauf des Bootes, der Reparatur aller Einer, noch der Kauf einer TT-Platte vorgenommen werden.
Im Juni / Juli wurden dann die beiden großen Wochen-Wanderfahrten durchgeführt. Klaus SCH0PPER organisierte eine Fahrt mit 15 Ruderern mit Start in der Nähe von Salzburg. Über Salzach und Inn ging es zur Donau bis nach Passau. Nun wurden die Boote noch einmal nach Regensburg gebracht und jetzt ging es donauabwärts (der Donaudurchbruch reizte uns) wieder zurück nach Passau.
Eine Woche später fuhr Norbert WULF mit 9 Ruderern auf der Weser von Kassel bis Bremen.
Abschluss der Wanderruderei und zahlenmäßiger Höhepunkt war eine von Norbert WULF und Klaus SCHOPPER gemeinsam organisierte Fahrt mit 17 Leuten von Lübeck über die Trave und Wakenitz zum Ratzeburger See und zurück mit Übernachtung in der Ruderakademie.
Geradezu selbstverständlich siegte Iris VÖLKNER auch 1984 wieder auf allen großen Regattaplätzen. Nach der 7. Deutschen Meisterschaft, die sie mit ihrer Partnerin Ellen Becker überlegen gewonnen hatte, hoffte nun jeder auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Der 4. Platz bei der letztjährigen Weltmeisterschaft war vorgegeben, nun sollte die Krönung kommen.
In der ersten Augustwoche begannen die Ruderwettkämpfe, und es sah gar nicht gut aus für die Deutsche Mannschaft. Nur drei Medaillen wurden errungen. Eine davon gehörte Iris! Der Herren-Doppelvierer gewann Gold, Peter-Michael Kolbe im Einer gewann Silber und Iris mit ihrer Partnerin konnte eine Bronzemedaille erringen. Für die Wasserpolizei war dies die zweite Medaille auf Olympischen Spielen, nach der Bronzenen von Erich Koschik im Einer-Kanadier 1956.
Noch einmal zurück zur Breitenarbeit.
1984 wechselte der erste Jugendliche zu den Erwachsenen.
1985 wird der zweite folgen, und dann sind es zwei bis drei pro Jahr. Es wurde höchste Zeit, denn z.Zt. liegt das Durchschnittsalter der ca. 45 Ruderer bei 40 - 50 Jahren.

