CHRONIK Rudergruppe WSA Polizei 1970 - 1979
Anfang der 70-er Jahre begann er das Rennrudern zu straffen. Testfahrten im Skiff - die Rudergruppe besaß zu dieser Zeit vier Kunststoff-Skiffs - wurden zur Norm. Als überdurchschnittlich begabter Jugendlicher präsentierte sich Boris PODJASKI. Für ihn wurde das erste Rennskiff gekauft. Boris gewann ungezählte Rennen und war in seinem Jahrgang Hamburger Spitze. Aus seiner Schule - der Julius-Leber-Schule in Schnelsen kamen nun viele Jungen und Mädchen, und ein Mädchen sollte die sportlichen Leistungen von Boris noch weit übertreffen - Iris VÖLKNER.
Iris kletterte auf der Erfolgsleiter immer höher und höher. Regattasieg reihte sich an Regattasieg bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Sie wurde mit einer Ruderin aus Bremen Deutsche Meisterin im Zweier ohne Steuermann und in dieser Bootsgattung auch bei den Junioren-Weltmeisterschaften Dritte.
Ein Jahr später, 1979, in Eliterennen startend, setzte sie der Deutsche Ruder Verband in einen Riemenvierer mit Steuermann. Auch in dieser Bootsgattung wurde sie Deutsche Meisterin. Zusätzlich startete sie auch noch im Einer und belegte einen dritten Platz. Im Herbst 1979 war sie wieder bei den Weltmeisterschaften dabei und kam mit ihrem Vierer als einziges Deutsches Boot in den Endlauf.
Ihre Regattasiege der Jahre 1978 und 1979 aufzuzählen, würde Seiten füllen. Der Deutsche Ruder Verband nominierte sie aufgrund dieser überragenden Leistungen für die Olympiamannschaft 1980.
1976 hatten wir zwar noch als ,,Aushängeschild“ der WSAP-Ruderjugend Iris VÖLKNER, aber sonst nichts mehr. Während der letzten Jahre hatte sich Horst FEHRLE nur noch um ,,erfolgversprechende“ Jungen und Mädchen gekümmert und war nur noch Trainer und kein Jugendbetreuer mehr. Die Basis fühlte sich vernachlässigt und blieb weg. Als dann auch noch Differenzen mit dem WSAP-Vorstand auftraten, ging er zum Ruderklub HANSEAT, und das Ende der Jugendgruppe war da. Es fand sich auch kein Ruderer mehr, der die Betreuung übernehmen wollte.
Von 1977 bis 1980 war die Rudergruppe ohne Jugend. Nachwuchs aus eigenen Reihen kam nicht mehr.
Nachdem es nun in der WSAP-Rudergruppe keine Polizisten mehr gab, war die Fluktuation nur noch gering und es begann, sich ein Stamm von alten Ruderern herauszubilden. Anfang der 70er Jahre war der Vorstand der WSAP zum Teil bis zu 50 % von Ruderern besetzt. Bernhard SCHMIDT und Hartmut MEYER waren Obleute. Den Posten des Ruderwartes, den Rudi RABE über zwanzig Jahre innehatte, übernahm erst Herbert von CLAUSBRUCH, dann Jürgen SENGPIEL, und für einen längeren Zeitraum Hartmut MEYER.
Als Bernhard SCHMIDT Obmann war, konnten wir unseren Bootspark um einen C-Achter aufstocken. Jürgen SENGPIEL gelang während seiner Zeit als Ruderwart der entscheidende Schritt, Differenzen zwischen Ruderern und Kanuten, die das Vereinsleben in den Nachkriegsjahren leider oft überschatteten, auszuräumen, indem er eine Kassentrennung einführte. Ein C-Doppelzweier, zwei Kunststoff-Einer und ein gebrauchter Rennvierer konnten jetzt angeschafft werden.
Die Mitgliederstärke betrug in dieser Zeit - Jugendliche hatten wir ja nicht - 50 bis 60 Ruderer.
Ende der 70er Jahre stellte der Ruderwart Hartmut MEYER fest, dass langsam eine Überalterung der Rudergruppe eintrat. Wir hatten zwar viele Ruderer, die 15, 20, ja 25 und 30 Jahre bei uns waren, aber der Nachwuchs fehlte. Für 1980 gab es nur noch ein Ziel: die Mitgliederstärke, die bis auf 1+5 abgesunken war, wieder aufzustocken, und zwar mit jüngeren Ruderern und durch den Aufbau einer Jugendgruppe für Nachwuchs zu sorgen.

