CHRONIK Rudergruppe WSA Polizei 1945 - 1960
1945 - nach Kriegsschluss - wurde der Rudersport durch die Besatzungsmächte verboten. Reiten, Tennis, Fechten, Hockey, Golf und Rudern war angeblich ein Sport von Reaktionären. Die Rudergruppe der WSAP bestand ohnehin nicht mehr, denn die bis 1944 freigestellten Ruderer waren dann doch noch an die Ostfront gekommen und nur wenige kamen zurück. Drei von ihnen, Hans KÜSEL, Hans KÜHLKE und Walter HIMMERT, fanden später noch einmal zurück zur Ruderei. Sie buchten noch einen letzten Erfolg. Verstärkt von zwei jungen Polizisten, Edwin DUZINSKI und Rudi RABE, starteten sie auf der ersten Nachkriegsregatta 1946 in Hamburg. Der 1. Senior-Vierer wurde noch einmal eine sichere Beute der WSAP.
In diesen ersten Jahren der Nachkriegszeit blühte am Isekai der Kanusport. Erich KOSCHIK errang mit seinen Kanadier-Fahrern Erfolge über Erfolge - viele Deutsche Meisterschaften. Als im Herbst 1946 grünes Licht für die Ruderei gegeben wurde, hatte die WSAP zwar einen recht beachtlichen Bestand an Ruderbooten - 1 Rennachter, 2 Gigachter, 2 Renneiner, mehrere Skiffs und diverse Gigboote - aber keinen Ruderer.
Am 01.06.1946 trat Rudi RABE in die WSAP ein und begann eine Rudergruppe aufzubauen. Einige Polizeibeamte, die schon vor dem Krieg irgendwo einmal gerudert hatten, meldeten sich. Horst FEHRLE und Kurt KRAUSE waren die ersten, und bald waren es 20 bis 30 rudernde Polizisten.
Obwohl wir Rennen fuhren und auch einige Erfolge hatten, fehlte die echte Bindung zum Rudersport und zum Verein. Es war wie in der Vorkriegszeit: Polizisten ruderten im Polizeisportverein - fast Betriebssport. Die Fluktuation war so groß, dass es nie zu einer echten Kameradschaft kam.
Rudi RABE begann nun, eine Jugendgruppe aufzubauen, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu erreichen und von dem starren Polizeirudern abzukommen. Einer der ersten Jungen, der damals 15-jährige Bernhard SCHMIDT, wurde ca. zwanzig Jahre später Obmann der WSAP.
Zum Gymnasium Alstertal hatten wir gute Kontakte - eine Schwester der Leiterin der weiblichen Polizei, Elsa JAKOBS, war Sportlehrerin an der genannten Schule und Trainerin bei unseren Nachbarn, den Hamburger Ruderinnen - und sie schickte die ersten Jungs ihrer Schule zu uns. Dies war der Anfang der Ruderjugendgruppe.
Da eine Jugendgruppe mit ihrem Betreuer steht und fällt, konnten wir zwischen 1950 und 1960 mit Erwin DUSZINSKI und einige Jahre später mit Bruno PATRO beachtliche Erfolge vorweisen. Nicht nur Siege auf Regatten, sondern Mitgliederzahlen von 20 bis 30 waren sichtbarer Beweis einer guten Jugendarbeit. Die absolute Spitze aber erreichte das Jugendrudern in der WSAP unter der Führung von Horst FEHRLE.

