WSAP

  Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Über uns

CHRONIK Rudergruppe WSA Polizei 1926 - 1944

1926, drei Jahre nach der Gründung der Wassersportabteilung im Polizeisportverein, wurde eine Rudergruppe aufgebaut. Der erste Obmann der WSAP - Oberst der Schutzpolizei Otto ECKMANN - begann mit Hauptmann SUTTER und einigen Offizierskameraden. Das erste Boot war ein A-Gigvierer - ein 1m breites Klinkerboot. Das Domizil der WSAP, in der bis dahin nur gepaddelt wurde, war zu dieser Zeit ein alter Holzschuppen am Osterbekkanal.

 

Im Jahre 1930 wurde das neue Bootshaus am Isebekkanal erstellt und die ersten Zivilmitglieder traten ein. Die Rudergruppe besaß bis dahin nur einige Klinkerboote. Bootsschuppen war die jetzige Werkstatt, da es den Rennschuppen, in dem heute unsere Sportboote liegen, noch nicht gab.

 

Beginn der Rennruderei war das Jahr 1935. Die Polizei, seit 1933 zentralisiert und Deutsche Reichspolizei, wurde in sportlichen Belangen vom Reichssportamt Berlin geleitet. Da Otto ECKMANN gute Kontakte zu dieser Dienststelle besaß, gelang es ihm, die besten Voraussetzungen zur Ausübung des Rennsports zu schaffen. Aus Berlin kam der Diplom-Rudersportlehrer Heinz PFAUDE.

 

Aus Berlin kamen auch Rudersportgerät, Gig- und Rennboote, Riemen und Skulls. Die Hamburger Wasserschutzpolizei musste ein Boot als Trainingsbarkasse zur Verfügung stellen.

 

Der neue Ruderlehrer suchte sich nun seine Crew. Er ging durch die Hundertschaften der Bereitschaftspolizei und sprach die größten und schwersten Leute an. Als er ca. 20 Mann mit der Idealfigur hatte, begann er einen Achter aufzubauen. Neuer Trainingsort wurde das Bootshaus am Langenzug, in dem bis dahin ´Der Hamburger und Germania Ruderclub´ war. Dieser Club wich zur Lombardsbrücke aus. Polizeidienst verrichteten die Ruderer nur am Vormittag, denn nach dem Mittagessen mußten sie im Bootshaus sein. Nach einem Mittagsschlaf - die oberen Räume waren zu Schlafräumen umgestaltet worden - begann das Training. Am Beginn standen Referate und Filmvorträge von Heinz PFAUDE, dann folgten allgemeines Training, Hanteltraining und Rudern, Rudern und nochmals Rudern. Nach dem Abendessen (im Bootshaus) wieder ein bißchen Theorie. Der Morgen begann mit einem Langstreckenlauf an der Alster und mit Gymnastik. Bis zum Mittag wurde Dienst an einem Polizeirevier verrichtet und nach dem Essen ging es zum Clubhaus, wo wieder hart trainiert wurde.

 

Die mit dieser Methode vorprogrammierten Erfolge kamen prompt. Der erste Start war ein Gigachter-Langstreckenrennen - und es war auch gleich der erste Sieg. Viele Siege sollten folgen - bis hin zur Deutschen Vizemeisterschaft im Rennachter.

 

Einer der Höhepunkte war das Deutsche ,Turn- und Sportfest in Breslau, im Sommer 1936. Ein Achterrennen mit den besten deutschen Achtern wurde klar von der WSAP-Hamburg gewonnen. Es folgten Regattasiege in Bremen, Kiel, Stettin, Berlin, Essen, Duisburg und Wien.

 

Bei den Deutschen Meisterschaften 1942 in Berlin kam unser Achter nur mit Luftkastenlänge hinter dem Sieger - Ruderclub am Wannsee - ein, also Deutscher Vizemeister. Wenige Wochen später, bei der internationalen Berliner Regatta, startete die WSAP gegen den damaligen amtierenden Europameister Moto Guzzi und konnte diesen schlagen. Aufgrund dieser Erfolge spendete die Stadt Hamburg einen neuen Rennachter. Unsere Spitzenmannschaft bekam als Anerkennung für ihre hervorragenden Leistungen von dem Chef der Deutschen Polizei - General DALUEGE - einen Skikurs mit dem entsprechenden Sonderurlaub zugesagt. Doch statt in Oberbayern, trafen sich alle im Winter 1943 vor Leningrad wieder. Dies war das Ende einer erfolgreichen Zeit.

 

Durch die vielen Siege im Achter und Vierer wurde der Pokalschrank so wertvoll, dass die Trophäen nach Berlin verlagert wurden, denn in Hamburg fielen die ersten Bomben. Auch die besten Boote - der neue Rennachter und zwei Rennvierer - kamen nach Berlin. Die Rechnung ging nicht auf, denn bald war Berlin genauso zerbombt wie Hamburg und auch noch von den Russen besetzt.