WSAP

  Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Regatten

Hummel, Hummel für Rudi!




Bei der Zieldurchfahrt (HH Journal)

Eigentlich hatten wir uns schon früh gegen einen Start bei der traditionellen Hummel Regatta (12.6.) entschieden. Der Rennachter wurde seit Wochen nicht mehr bewegt. Keiner nahm das Training in die Hand. Unser Schlagmann Fabian und ich waren grad aus 4 Wochen Urlaub zurückgekehrt. Keine optimale Vorbereitung. Etwas mehr Anspruch wird bei dieser Masters- und Breitensportregatta schon erwartet. 

 

Doch dann starb plötzlich und eigentlich unerwartet unser Rudi Rabe am 1.6.2010.

Nach der Trauerfeier am Montag, den 7.6.2010, saß ich anschließend im Auto und dachte darüber nach, wie stolz er immer war, wenn die WSAP bei Regatten vertreten war. Na klar, warum hat er sich denn soviel Mühe gegeben, dem einen oder anderen, die heute noch bei uns sind, das Rudern beizubringen? 

 

Und dann die schnelle Entscheidung noch am selben Abend. Eine Nachmeldung an den Organisator Joachim Beyer, der meinen Entschluss, Rudi zu Ehren zu starten, ohne Frage mit einem Ok begrüßte.

 

Lediglich der Rest der Mannschaft musste noch informiert werden. Schnell fanden sich 8 Ruderer, die bei diesem Unternehmen dabei sein wollten. Über die Zusage unserer ehemaligen Olympionikin Iris Völkner freute ich mich besonders, da sie Rudi eigentlich am längsten von uns allen kannte und sowieso ein wichtiger Teil der Mannschaft ist. 

 

Ein Crash-Training am Dienstag Abend drauf mit unserer Trainerin Sina, ein paar Starts und 10 'Dicke', mehr war eh nicht möglich. Der Rest musste irgendwie die restlichen 3 1/2 Minuten laufen.

 

Das 2. Training am Freitag vorm Start mit Jana und Timo im Platzregen, toll.

Ich spürte richtig, wie alle bereit waren, da morgen am Regattatag alles zu geben, was wir halt zu leisten fähig sind. 

 

Leider konnte uns Sina am Regattatag nicht als Steuerfrau zur Verfügung stehen, dafür schlüpfte Neuzugang und Frischling Steffi Kluge in die Rolle und machte ihren Job klasse. Katja nähte noch schnell ein paar Trauerbänder und los ging's.

 

Die Gegner, 3 Renngemeinschaften, die z.T. sehr stark besetzt waren, warteten schon auf uns. Egal. Wir waren eins und der einzige reine Vereinsachter. Für Rudi!

 

Den Start meisterten wir endlich mal sauber und in Schiebemanier, wenn auch die Schlagzahl danach für unsere Verhältnisse, etwas arg hoch wurde (38). 

 

Dann leider mein katastrophaler Patzer nach ca. 20 Schlägen, der mich 2, 3 Schläge nicht mit rudern ließ und meinen Hintermann ebenso behinderte. 

 

Doch danach lief es bis zum Ziel irgendwie runder als je zuvor. Darüber waren wir uns später am Steg alle einig. 

 

Den Blick hinüber, den ich mir die letzten 500 m getraute ließ mich noch 3 Boote sehen. Hoppla, wir sind ja noch dran?

 

Aber die viertel Bootslänge zum Drittplatzierten konnten wir nicht mehr verringern. Das wäre auch vermessen gewesen, so ohne Vorbereitung.

 

Wenigstens ins Fernsehen sind wir gekommen, warum auch immer. Vielleicht wegen unserer schönen flaschengrünen Trikots? 

 

Oder einfach nur für Dich, Rudi?

 

Wir halten die WSAP Flagge weiterhin ganz oben und versuchen unser Bestes zu geben, damit Du da oben noch lange Freude an uns hast.

 

Ein Dank geht an Jana, Timo, Steffi, Hans-Peter und Sina, die uns so kurzfristig unterstützt haben!

 

WSAP Ruderwartin

Astrid Botsch 

 

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