Die WSAP fährt 'Quer durch Berlin'
"Quer durch Berlin" - schon seit Jahren stößt man während der Fari-Cup-Vorbereitung jährlich auf diese Ausschreibung. Im Grunde das perfekte Vorbereitungsrennen - 7 km auf den wendigen Spree-Kanälen von der Schleuse Charlottenburg bis vor das Bundeskanzleramt mitten durch das Zentrum der Hauptstadt. Unsere bisherigen Gründe der Nicht-Teilnahme:
- keine Mixed-Achter-Rennen
- kein teilbarer Achter
- keine WSAP-Männerachter-Mannschaft
In diesem Jahr haben wir begonnen, insbesondere den Männer-Kader im Achterbereich, weiter auszubilden, so dass ich erstmalig ernsthaft mit dem Gedanken gespielt hatte, für das Rennen zu melden. Es hatten sich auch bereits frühzeitig 5-6 Männer für den Termin angemeldet und wäre nicht ein kurzfristiger Urlaub und ein auswärtiger Job in die Quere gekommen, hätte das Projekt WSAP-Männerachter bei 'Quer durch Berlin' vielleicht nicht gekippt werden müssen.
Glücklicherweise hatte ich unserem ehemaligen Mitglied Florian Keiler im Spätsommer von unserem Plan erzählt und als es sich ergab, dass der 'Deutsche Ruder-Club von 1884' (Hannover) zwar mit einem Rennachter anreisen, aber diesen nicht füllen konnte, klopfte Florian zwei Tage vor Meldeschluss bei uns an.
Am Samstag, den 10. Oktober um 11 Uhr war Treffpunkt am Sattelplatz in Berlin-Charlottenburg mit dem üblichen Gewusel. Die Hannoveraner gönnten sich den Luxus eines verlängerten Wochenendes und reisten bereits am Freitag an. Wir Hamburger zogen es vor alles an einem Tag durchzuziehen. Schnell war unser Achter 'Hotti' zusammengebaut und dann hieß es lange warten. Unsere Startzeit war erst mit 15:58 Uhr angesetzt. Zeit genug um dem Vierer der Hannoveraner ein gutes Rennen zu wünschen und sich von den 'Locals' wie Ex-Mitglied Olaf Strauß Tipps zu holen z.B. welche der Kurven besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Anders als beim Fari-Cup gibt es in Berlin einen 'richtigen' fliegenden Start, was zur Folge hatte, dass keiner wirklich genau wusste wo es losgeht bis wir den Start tatsächlich passiert hatten. Außerdem kannte keiner von uns die Strecke, so dass die Orientierung etwas schwierig war. Hinzu kam, dass das Boot mit der vorigen Startnummer nicht rechtzeitig am Start erschienen war und es daher kein Boot gab, dem wir hinterherfahren konnten. Assi meisterte die Strecke am Steuer aber meisterlich und hatte die beiden '90°-Kurven' frühzeitig im Blick, um mit relativ wenig Überziehen durchzukommen.
Technisch lag das Boot für eine testosteron-überflutete und uneingefahrene Mannschaft recht gut. Die erste Rennhälfte absolvierten wir konstant mit 26 Schlägen / Minute und steigerten uns zum Rennende über Schlagzahl 28 auf 30. Nach einem endlosen Zielspurt (schlecht einsehbar durch den Steuermann, da es am Ende einer langgezogenen Kurve liegt), kamen wir erschöpft ins Ziel. Das hinter uns gestartete Boot hatte aufgeholt, aber auch nicht so sehr wie befürchtet (nachdem wir auf dem Sattelplatz neidvoll das Material der RG Wiking Berlin beäugt hatten). Unsere Zielzeit 26:51 - die RG Wiking 26:11. Auf eine Medaille bei dieser Regatta mussten wir in diesem Jahr somit verzichten.
Direkt nach der Zieldurchfahrt hieß es, asap Anlegen und Boot heraustragen, was sich nach 7 km Vollgasfahrt zumindest für mich als kaum machbar herausstellte, so verausgabt war ich. Glücklicherweise war auch Markus Kucklick mitgereist, der in diesem Sommer vom DRC Hannover zu uns nach Hamburg gekommen war und übernahm für mich diese Aufgabe, während ich zunächst erst einmal durchpusten mußte.
Mit Hilfe der Vierer-Crews war der Achter dann aber schnell abgeriggert und aufgeladen und es blieb somit noch etwas Zeit für ein Regatta-Bier und ne' Wurst. So langsam setzte auch ein stetig stärker werdender Regen ein, der uns die gesamte Rückfahrt nach Hamburg begleiten sollte. So wurden die Pferde gesattelt und in Richtung der nicht mehr sichtbaren untergehenden Sonne der Rückweg angetreten.
Hat Spaß gemacht! Tschüß Berlin, bis zum nächsten Jahr!
Mit dabei waren:
Assi Botsch (Steuerfrau)
Christian Kerkhoff
Michael Gustke
Marco Kleine
Markus Kucklick (Ersatz)


