36. FISA World Masters-Regatta in Wien, 3.– 6. September 2009
Von der WSAP waren Rosemarie Leithhoff, Jana Verheyen und Katja Sauerbier dabei.
Die FISA Masters-Regatta gilt als die größte internationale Regatta.
5000 Ruderer aus 41 Nationen kamen in diesem Jahr nach Wien.
Unter anderem aus Argentinien, Norwegen, England, Finnland, Spanien, Italien, Ungarn, Brasilien, USA, Schweiz, Israel, Neuseeland und sogar aus Japan waren Mannschaften dort.
Insgesamt gingen 3040 Boote mit Ruderinnen und Ruderern im Alter von 27 bis 90 Jahren in den 4 Tagen über die 1000 Meter Strecke.
In jedem Lauf starten bis zu 7 Boote gegeneinander. Jeder Lauf bringt eine Medaille für das schnellste Boot. Es gibt keine Vorläufe. Hier werden also keine Weltmeister ermittelt.
Rennergebnisse:
Donnerstag, 03.09.2009, Sonne, kein Wind, heiß
Rennen 117: Frauenachter Masters B
2. Platz für Jana und Frauen der RG Hansa, mit 3:25,02 min nur ganz knapp den ersten Platz verfehlt.
Freitag, 04.09.2009, bei optimalen Wetterverhältnissen
Rennen 247: Frauenachter Masters H
1. Platz für das internationale Team von Rosi mit einer Zeit von 3:51,85 min.
Rennen 313: Frauen-Doppelvierer Masters B
1. Platz für Jana, in einer noch vielversprechenden Renngemeinschaft, mit Gaby Schulz (Erster Kieler Ruderclub, EKRC), Silke Frank (RG Hansa Hamburg) und Sybille Roller (Karlsruher Ruder-Verein Wiking) mit einer Zeit von 3:25,00 min.
Boote aus Finnland, Norwegen, Österreich und Deutschland ließen sie souverän hinter sich.
Rennen 359: Männerachter Masters E
3. Platz für Katja in der internationalen Renngemeinschaft Cincinnati Boat Club/ Swiss Masters / WSAP Hamburg mit einer Zeit von 3:17,25 min. Fritz Wilkening, Stéphane Trachsler, Roger Shellman, Rick Anderson, Cit Tanaschia, Daniel Suter, Dölf Steiner und Bob Miller an den Riemen.
Samstag, 05.09.2009, starker Wind bringt Schwierigkeiten beim Start und auf der Strecke
Rennen 403: Frauenachter Masters A
1. Platz für Jana mit Ruderinnen vom EKRC, Karlsruher RV Wiking und der RG Hansa Hamburg mit einer Zeit von 3:57,25
6. Platz für Katja (auf Position 1) mit den Ruderinnen vom ARV Hanseat, der RG Hansa und Frauen aus Dresden mit einer Zeit von 4:32,12 min immerhin vor dem Boot aus Norwegen.
Rennen 455: Männerachter Masters F
4. Platz nach kurioser Fahrt, durch verlorenes Schwert, für Katja und die Männer aus der Schweiz und den USA. Mit 3:54,78 min waren sie nicht die letzten.
Rennen 501: Männerachter Masters C
3. Platz für Katja am Steuer und 8 Spanier an den Riemen.
Rennen 518: Frauen-Doppelvierer Masters A
1. Platz für Jana, Gaby, Silke und Sybille, mit diesmal, 3:57,06 min, trotzdem deutlich vor den Niederländerinnen und dem Boot aus Berlin.
Sonntag, 06.09.2009, immer noch Wind und Wellen
Rennen 619: Mix-Achter Masters G-J
Rennen 619: Mix-Achter Masters G-J
1. Platz für Katja am Steuer mit dem Team der Masters International (G).
Nach 3:52,69 min endlich Anlegen am Siegersteg und eine schöne Medaille.
2. Platz bzw. auch 1. Platz und Medaille für Rosi im Masters H Achter (4:02,33 min).
Rennen 636: Mix-Doppelvierer Masters C
4. Platz für Jana und Katja mit Dölf Seiner (PRC Zürich) und Pius Z´Rotz (Seeclub Stansstad) aus der Schweiz. Nach 3:59,04 min waren wir hinter 2 deutschen und einem australischen Boot, aber vor den Ruderern aus Ungarn, Italien und Österreich im Ziel.
Ausführlicher Bericht von Katja
Als ich im Februar dieses Jahres anfing, regelmäßig Rennachter zu steuern, war mir nicht klar, dass ich schon ein gutes halbes Jahr später die Gelegenheit bekomme, bei einer so großen Veranstaltung internationale Boote zu steuern. Über Felicity (Trainerin bei der RG Hansa) erfuhr ich, dass eine Achtermannschaft aus Schweizern und Amerikanern noch einen Steuermann sucht. Ich sagte zu und alles nahm seinen Lauf.
Schon am Dienstag, 01.09., ging es morgens mit Felicity und dem Bootshänger los in Richtung Wien. Nach einer Übernachtung kamen wir am Mittwoch um die Mittagszeit auf dem Regattagelände an. Während der Fahrt hatte ich viel Zeit, meine Steuerbefehle auf Englisch zu üben.
Am Mittwochnachmittag ging ich das erste Mal mit dem Masters E Achter (MDA 55) zum Training, aufs Wasser. Wir einigten uns auf eine gute Mischung von englischen und deutschen Kommandos, die bei Schweizern und Amerikanern wirkten. Der Achter lief nicht schlecht, dass muss man sagen. Die Mannschaft war wohl auch ganz zufrieden mit mir.
Mit dem Shuttle-Bus ging es, von der Neuen Donau, in die Stadt und ins Hotel. Essen mit den Amis und dann ins Bett.
Donnerstag:
Schon in der U-Bahn erkannte man die Ruderer an der üblichen Kleidung. Spätestens im Bus, Menschen in Einteilern, CoolMax-Shirts und Club-Westen wohin man auch sah. Das war ein tolles Gefühl.
Die Sonne schien, es war heiß. Das Regattagelände wurde immer belebter und aus einem Grashügel hat sich innerhalb von zwei Tagen ein beachtlicher Bootspark entwickelt.
In einem großen Zelt gab es Kuchen, warmes Essen und Getränke, rundherum präsentierten die bekannten Ruderbekleidungsfirmen ihre neuste Mode und verschiedene Bootswerften
zeigten Boote und neues Material.
Auf der Höhe des Zieleinlaufs gab es eine überdachte Tribüne und ausreichend Bier und Brausestände.
Mein einziger Termin war eine Trainingsfahrt mit dem Masters D Achter, ansonsten konnte ich mir alles ansehen, am Hänger helfen und entspannen.
Freitag:
Eine verregnete Nacht kühlte die Luft ab und der Tag blieb grau und feucht.
Jetzt, wo die Rennen schon am Morgen losgingen, wurde immer deutlicher, dass je zwei Ablege- und Anlegestege für die vielen Boote und einem dreiminütigen Rennabstand etwas wenig sind. Zum Wasser ging es über Treppen steil Berg ab. Das war ein Gewusel von Booten und Ruderern...
Jana holte ihre erste Medaille im Doppelvierer und ich wurde immer nervöser, weil mein erstes Rennen mit dem E Achter näher rückte. Das Albanosystem war weder von der Brücke, noch vom Wasser aus gut zu sehen. Manche Bojen waren komplett unter Wasser. Der einzige Vorteil dabei war, dass man nicht so schnell mit dem Blatt daran hängen bleiben konnte.
Das Rennen lief aber ganz gut. Ich war etwas hektisch, konnte aber den Filippi auf der Bahn halten. 3. Platz, immerhin vor der Renngemeinschaft aus Hamburg / Kiel / Lauenburg.
Abends hat der Ruderclub Lia, an der Alten Donau, zu Bier, Grillgut und Musik eingeladen.
Mit Jana und den Schweizern Pius und Jürgen wurden lustige und brisante Rudergeschichten ausgetauscht.
Doch lange ging der Abend nicht, weil am nächsten Morgen schon das nächste Rennen bevorstand.
Samstag:
Treffpunkt 6:30 am Hänger des Lübecker RC, Rennstart 8:07.
Es musste noch tiefer geriggert werden und die Positionen waren auch noch nicht festgelegt.
Aber schnell wurde aus den bisher noch unbekannten Frauen, aus mindestens vier Vereinen, ein Team. Unser Ziel: sauber durchkommen und viel Spaß haben.
Das fremde Boot und die doch sehr dicken Riemen mit Holzgriffen waren gewöhnungsbedürftig. Ich in der Spitze auf 1, wie immer, wenn nicht am Steuer, und Jana auf der Bahn neben mir im Mittelschiff eines sehr starken Achters aus ihrem Doppelvierer und Frauen der RG Hansa.
Wegen der schlechten Wetterverhältnisse gab es einen Schnellstart, nachdem wir auffällig lange auf gleicher Höhe mit Janas Achter blieben. Bis zur Hälfte kämpften wir noch sehr mit Wind, Wellen und Material, aber dann haben wir doch Ruhe reingebracht und mit einigen schönen Schlägen das Boot gemeinsam angeschoben. Janas Achter setzte sich allerdings nach und nach ab, um zu gewinnen. Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass Jana und der Rest des Bugvierers den Start verpennt hatten. Ja, in einem Rennen kann viel passieren.
Was die Wetterverhältnisse anging, war ich also vorbereitet, für mein nächstes Rennen mit den Männern. Allerdings hatte ich nicht geplant, mein Schwert an einem Stahlseil zu verlieren, dass wohl nachträglich zur Befestigung der Startanlagen, bei Wind und Wellen, angebracht wurde. So konnte ich die 1000 Meter des für die Amerikaner so wichtigen Masters F Rennens, leider nur im Slalom über zwei Bahnen fahren. Dass an diesem Tag mindestens sieben Schwerter von BBG- und Stämpfli-Mitarbeitern ausgetauscht wurden,
tröstete mich und die Mannschaft nicht sehr.
Den Rest des Tages hatte ich frei. So konnte ich ganz spontan, noch einen spanischen Achter steuern. Das war sehr lustig. Es hatte sich für mich schon gelohnt, die Steuerbefehle auf Englisch zu lernen und weil die Spanier nicht alle Englisch konnten, lernte ich noch was auf spanisch.
Während ich auf das nächste Rennen von Jana wartete, sah ich an der Strecke den anderen Rennen zu. Es ist schon sehr beeindruckend, dass so viele Ruderer noch im Alter von 60 und älter die 1000 Meter im Einer und Zweier zurücklegen. Und das bei den schlechten Wetterverhältnissen.
Gaby, Silke, Jana und Sybille holten sich gegen 14:20 mal wieder souverän eine Medaille im Doppelvierer und dann gab es was zu essen.
Am Hänger wurde Jana noch von ihren brasilianischen Fans umringt. Die beiden jungen Männer ließen sich mit 5 Medaillen von Jana und Debbie fotografieren. Leider habe ich von dieser Szene kein Bild gemacht. Dann sollten noch die Einteiler getauscht werden, aber weil Jana nur einen Hansa-Einteiler hat, lehnte sie dankend ab. So ging es einigen Ruderern an diesem Wochenende. Am Ende war die Zuneigung der Brasilianer doch so groß, dass sie ihr ein grün/gelbes Shirt des brasilianischen Rudervereins schenkten. International!
Der Tag ging mit einem gemeinsamen Abendessen mit Ruderern der RG Hansa, vom Club und Freundinnen von Felicity in ihrem Hotel zu Ende.
Sonntag:
Die Mix-Rennen, für die man bis Samstag 18 Uhr melden konnte begannen.
Weil sich Jürgen, Steuermann bei der Fari, endlich mal mit seiner Frau Wien ansehen musste, hatte ich wieder eine Chance, Erfahrungen beim Achtersteuern zu machen. Der Mix-G Achter der Masters International sollte mir dann auch die schöne Medaille zur Erinnerung an diese Veranstaltung bringen. Am Start war es sehr hektisch, weil wir etwas spät waren, aber im Rennen lief es dann doch gut. Im Boot saßen in der Reihenfolge wie auf dem Foto, hintere Reihe: Willy Koska (AUT), Markus Widmann (GER), Wolfgang Metzger (GER), Harriet Cuyler (USA), Raimund Haberl (AUT) und in der vorderen Reihe: Penny Hawkey (USA), Katja Sauerbier (GER), Karin Constant (USA) Eva Schmitt (GER).
Mein letztes Rennen, der Mix-Doppelvierer mit Jana und den beiden Schweizern Dölf und Pius, war dann ein schöner Abschluß. Während der ersten 500 Meter dachte ich nur daran, nicht die Skulls zu verlieren. Auf der zweiten Hälfte gelang es uns, noch ein paar Schläge richtig auszuschieben. Leider war nicht mehr als der 4. Platz zu holen.
Es blieb noch Zeit für ein Bier und etwas zu essen, danach ging es auf zum Flughafen.
Die 6 Tage waren schön, aufregend, aber auch anstrengend. Im nächsten Jahr ist die FISA World Masters-Regatta in St. Cathrine (Kanada). Da werden wir wohl nicht hinfahren, aber über die Euro Masters, vom 30.07. bis 01.08.2010 in München, könnte man nachdenken.
Katja Sauerbier








