Sommerbräune & Freiluftduschen im Oktober
Mit Jutta Heinz als Steuerfrau wagten sich Isabel Gutschow, Katja Sauerbier, Hannes Ruf und Fabian Rennack, am Samstag, 11. Oktober, auf die 42,8 km lange Strecke des 37. Rheinmarathons Düsseldorf.
Vom Rudern auf dem Rhein hatten wir alle schon die abenteuerlichsten Geschichten gehört, sehr starke Strömung und hohe Wellen von den Binnenschiffen. Da kann der verwöhnte Alsterruderer schon mal skeptisch werden. Aber wir haben uns davon nicht abhalten lassen.
Freitag ging es mit dem Auto los nach Köln zu Juttas Eltern, wo wir nach einem köstlichen und üppigen Abendessen in die liebevoll hergerichteten Betten fielen.
Am nächsten Morgen ging es nach einem nicht minder köstlichen und reichlichen Frühstück los zum KCfW, Juttas Heimatruderclub und schwimmendes Bootshaus am Rhein.
Hier durften wir uns die "Brassel", ein E-Gig Boot, ausleihen und fingen gleich an sie zu präparieren: Abdeckungen anbringen, Heck abkleben, aus Tesaband einen Wellenschutz an die Ausleger bauen und ganz wichtig, die Pumpe, die Juttas Bruder gebaut hat, im Boot installieren.
Bei bestem Wetter mit Schiebewind und Sonne, ging es dann auf den wilden, breiten Strom, den Rhein.
Mit lockeren Schlägen haben wir uns die 10 km bis zum Start in Leverkusen mehr oder weniger treiben lassen. Mit kurzen Hosen und T-Shirt - es war unglaublich warm - ging es los auf die Strecke.
Eine Langstreckenregatta aus Ruderersicht wiederzugeben ist in der Regel gar nicht so einfach, denn je länger die Strecke, desto mehr beschränken sich die Erinnerungen auf Bruchstücke und einige wenige Ereignisse die sich von den übrigen knapp zweieinhalb Stunden abgehoben haben.
Erinnern können wir uns sicher alle an einen ca. 8 km langen Kampf mit einem rheinabwärts fahrenden Schlepper, der sich einfach nicht überholen lassen wollte und die Momente an denen wir uns die Breite des Rheins mit gefühlten fünf Frachtern und Containerschiffen gleichzeitig teilen mussten.
Außerdem werden sich die Mädels in der Spitze sich sicherlich gut an das Gefühl erinnern, wenn der Bug plötzlich den Kontakt zum Wasser verliert und man weiß, das die Spitze jeden Moment in die folgende Welle eintauchen wird und einem gleich eine mächtige Dusche droht.
Zeitweise war es richtig sommerlich. Ein leichter Schiebewind, Sonne und zeitweilig unübliches ruhiges Wasser durfte nicht dazu verführen den Wettkampf in eine gemütliche Sommerfahrt abdrifften zu lassen. Schmerzen in Schultern, Armen und Beinen erinnerten aber laufend ab dem 15. Kilometer, dass wir nicht nur zum Vergnügen angereist waren.
Unser exzellent abgeklebtes und mit elektrischer Pumpe (Leistung 18 l/min) ausgerüstetes Boot brachte uns nach 2 h 33 min ohne eine prekäre Situation ins Ziel, die uns daran erinnerte, dass wir aus Sicherheitsgründen jeder eine Rettungsweste unter die Rollschienen gelegt hatten. Kaputt & glücklich nahmen wir dann auch an der anschließenden Rudererparty und Siegerehrung teil. Letztlich wurde es der siebte Platz von neun Booten in der offenen Mixed-Klasse. Es ist also für kommende Teilnahmen noch ne Menge 'Raum nach oben'.
Fabian Rennack & Katja Sauerbier
Links:









