WSAP

  Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Regatten

'Der grüne Pfeiler' oder wie man mit einem Achter Walzer tanzt

Die Männer-Masters 2004
Kurz vor der Wende: Noch alles im Soll
Irritationen an der Wende
Die Gewissheit: Die Wendmarke kann nicht gestimmt haben.

Guter Dinge und wie immer bestens gelaunt machten wir uns am Sonnabend, den 24.04.04 auf zur Dove-Elbe-Rallye nach Bergedorf. Die Ruderfreunde von Rot-Gelb waren so nett und fuhren unseren Hänger mit deren „Octopus“-Achter und unserer „Biskaya“ bereits am Freitag auf die besten Parkplätze vor Ort. Das Aufriggern war schnell erledigt und man klönte noch mit dem einen oder anderen Ruderkumpel aus den vielen angereisten Clubs. Die Konkurrenz wurde kurz gemustert und mehr oder weniger akzeptiert. Mit 4 Mannschaften in unserem Rennen mussten wir uns auseinandersetzen. Na ja, eigentlich nur mit einer, der Rest war für uns eh noch ne’ Nummer zu groß (Germania-, Fari- und Hansa-Pappnasen). Zielsetzung war aber von Anfang an: Die Jungs von der BSG Stadtentwässerung in ihrem Doppelachter sollten wir hinter uns lassen. Stolz wie Oskar mit unseren nagelneuen Riemen schritten wir frohen Mutes zum Steg.

 

Bevor es losging, gab es allerdings noch eine offizielle Steuermannbesprechung, der ich meine ganze Aufmerksamkeit schenkte. Sogar ein Streckenplan mit genauesten Markierungen wurde an die Wand genagelt. So weit, so gut. Ich war ja schließlich ein „Neuling“ und prägte mir jede Kurve des Rennens ein. Die Wende sollte dieses Jahr um das kleine Wendeboot mit einer markierten Flagge herum gefahren werden. Auch so weit, so gut.

 

Dann ging es endlich los. Zackiger Start, danach ein klein wenig zu hoher Schlag, aber noch kontrolliert waren wir schon kurz danach gut unterwegs. Klar, die Fari-Jungs, die eine Minute hinter uns gestartet sind, fuhren mit ihrem besseren Bootsmaterial und vielleicht dem einen oder anderen ebenfalls kernigen Typen irgendwann an uns vorbei. Hat aber auch gedauert, oder? Egal, wir konzentrierten uns nun voll und ganz auf den besagten Wendepunkt und ich hielt schon mal Ausschau, wie sich denn die anderen Achter vor uns so anstellten. Die unerwartete Szenerie, die sich mir kurz darauf bot, irritierte mich dann aber doch ein wenig: Das „kleine Wendeboot“ entpuppte sich als halbe Yacht, der eine Achter stand quer davor und der andere fuhr auf einmal um den grünen Pfeiler, der dort herausragte. Was tun? Nachdem ich mich gerade entschlossen hatte, wie von der Rennleitung vorgegeben, um´s Boot herum zu fahren, ertönte die Ansage aus dem Nirvana: „Wende um den grünen Pfeiler“. Ich habe das Kommando leider akustisch nicht vernommen und so waren wir bereits auf Steuerkurs um die „Onassis-Yacht“ herum. Das Chaos war perfekt und ich leider völlig überfordert. Im Nachhinein kann ich schon wieder über das grandiose, kurvenreiche Manöver, wie wir irgendwie wieder zur Brücke kamen, schmunzeln. Da uns durch unser Malheur nun auch noch etwas früher als erwartet der Germania-Achter überholt hatte, der uns aber eh überlegen gewesen wäre, fuhren wir nur noch schön stramm Richtung Ziel. An der Sprintstrecke angekommen, wurde noch mal alles gegeben und der restliche Frust weggeschwitzt. Später saßen wir dann fröhlich vereint bei unserem frisch Gezapften und dem obligatorischen Grillfleisch und konnten schon wieder herzlich über das Geschehene lachen. Spaß hatten wir dieses Jahr trotzdem und die netten Kollegen von der Stadtentwässerung nahmen uns tatsächlich den letzten Platz ab, so dass eigentlich unser gestecktes Ziel erreicht war. Die Platzierung hätte sich auch durch eine gelungene Wende - um was auch immer herum - nicht geändert.

 

Tja Jungs, nächstes Jahr mach ich es besser. Ich werde sämtliche Strecken- und Wendenanleitungen ignorieren, bring meinen eigenen Pfeiler mit und häng mich mit einem Saugnapf an „son Großclubboot“. Oder Rudi ist wieder Single und hat Zeit für Euch....