WSAP

  Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Allgemeines

Schnee satt oder wie uns ein Navi nach Polen führte

Fünf Ruderer der WSAP machten sich Ende Februar auf, einen kleinen Teil des tschechischen Riesengebirges zu erkunden.


Wir starteten bestens gelaunt am frühen Sonntagmorgen, besprachen noch kurz den ersten Treffpunkt und los ging's auf die Autobahn Richtung Lübeck/Berlin.
2 Autos, 5 vermeintlich wirkende Erwachsene, ein Navi, Kartenmaterial von 1988 und fehlende Schneeketten....Was soll da schon passieren?
Ich weiß nur, daß wir nach ca. 12 1/2 Stunden Zickzackfahrt den völlig verschneiten Zielort Spindler Mühle erreicht hatten.
Wenn Männer mit Navis spielen und gespeicherte Zielorte verstellen.....und man mit Christian Fründt fröhlich quatschend langsam den Norden Polens ansteuert, dann bemerkt man halt erstmal gar nicht, daß sich die tschechische Grenze immer weiter entfernt. Diverse Berghügel zwangen uns immer wieder zur Umkehr auf Umleitungsstraßen, da eine ca. 30 cm dicke Neuschneedecke mit Winterreifen unüberwindbar schien.


Die Hotelküche zauberte uns zum Glück abends um 22.00 Uhr noch etwas Nahrhaftes und wir fielen nur noch erledigt in unsere Hotelbetten.
Am nächsten Morgen schneite es immer noch. Beim Frühstück hatten wir die gestrige Odyssee (fast) schon wieder vergessen. Wir erfreuten uns an der zauberhaften Schneelandschaft und tüftelten aus, wo wir unsere erste Abfahrt runterdüsen wollten.
Es schneite ununterbrochen, welches mich dazu zwang, oben auf dem Berg meine billige Sonnenbrille gegen eine Skibrille auszutauschen.
Mein mit Spannung erwarteter Privatskilehrer war natürlich weiblich, sprach kaum deutsch und schon gar kein englisch. Na ja, die ein oder andere Übung habe ich mitgenommen und später erfolgreich umgesetzt.


Ganz im Sinne eines Trainingslagers verbrachten wir täglich ca. 5-6 Stunden bei starkem Schneetreiben auf den Brettern. Mittags suchten wir (oft vergebens, da müssen die Tschechen noch dran arbeiten) ne' zünftige "Hütte" zum Einkehren auf und ließen uns den ersten Becherovka schmecken. Abends ging es dann nach Versorgung der kleinen "Wehwechen" meistens hinunter in den beschaulichen Ort, wo wir die verschiedensten Restaurants mit ihrer hervorragenden böhmischen Küche ausprobierten. Ich muß sagen, wir können nur Gutes berichten! Gelegentlich bekam man zwar sein Hauptgericht nicht serviert, entweder weil der Kellner es nicht verstanden hat oder er die Vorspeise für reichhaltig genug befand. Na ja, wir nahmen es mit Humor und der war bei uns reichlichst vorhanden. Überhaupt verbrachten wir Fünf eine sehr harmonische Woche miteinander. Jeden Abend besprachen wir welches Skigebiet wir als nächstes erkunden wollten, um am nächsten Morgen dann doch ganz woanders hinzufahren. Aber in diesem Punkt waren uns auf jeden Fall immer einig. Alphatierchen fehlten eben, wobei sich Falk noch bemühte, sich jedoch nicht immer durchsetzen konnte;) Anekdoten hätte ich noch viele zu erzählen, vielleicht über das vitaminreiche Frühstücksbufett, (also in der Wurst waren bestimmt Vitamine), Kerkhoff, der Falk am vorletzten Tag in die Rippen sprang etc., aber das würde den Rahmen sprengen.


Obwohl eine vielleicht noch: Christian Fründt und ich gönnten uns einen Ruhetag, um wenigstens einmal ausgiebig lange zu frühstücken und später bummeln zu gehen. Man nennt das glaube ich auch Faulenzen im Urlaub (oops war ja ein Trainingslager) Wenn man mit Christian Fründt irgendwas machen kann, dann das. Wir suchten im Ort ein nettes Cafe auf, betrachteten das Schneetreiben vom Kamin aus und ließen uns zum Niederknien sündige Tiramisutorten servieren. Christian erzählte 2-3 Stunden von seinen wilden 70ern und ließ mich an der ein oder anderen amüsanten Erzählung teilhaben. Bestens erholt und gut gelaunt trafen wir unsere drei vom Tiefschnee erschöpften Snowboarder am frühen Nachmittag am bekannten Treffpunkt an der Piste.

5 Becherovka später gab es eine Lagebesprechung. Da es bereits den vierten Tag ununterbrochen schneite, man vor Dunstnebel kaum noch die Hand vor Augen sah, beschlossen die Jungs aus mir unbegreiflichen Gründen trotzdem ein letztes Mal mit dem Lift hochzufahren, um dann ohne genauen Plan über vermeintliche Langlauf Loipen die schwarze Pistenabfahrt am anderen Hang zu erreichen. Diese sollte dann direkt zu unserem Hotel führen. Nun, Christian und ich gingen gemächlich den malerischen Wanderweg am Fluss entlang zum Hotel zurück, um auf die Exkursionstruppe zu warten. Erst vier Stunden später erfuhren wir dann von der Operation "Rübezahl im Nebel", einem 1stündigen "ImKreisGelaufe". Mit schweren Snowboardschuhen und dem geschulterten Brett landeten die Jungs wieder genau da wo sie losgegangen waren. Vor lauter Nebel hatten sie eine Abzweigung übersehen. Man bedenke: Snowboarder können sich so gut wie gar nicht auf einer Ebene fortbewegen, während Skifahrer noch ein wenig gleiten können. Da heißt es dann abschnallen und laufen....
Zum Glück trafen sie gesund und lediglich mit ein paar Blasen mehr an den Füßen wieder im Hotel ein und genossen eine längere heiße Dusche. Später am Abend saßen sie wieder nicht minder gut gelaunt zusammen mit uns und einem kräftigen Pils in der Hand in einem dieser herrlichen Restaurants mit böhmischer Küche.


Den letzten Tag verbrachten wir dann gemeinsam an unserer Lieblingspiste,  kehrten mittags in eine kleine gemütliche Hütte mit Kamin ein und ließen den Tag - wie sollte es anders sein - mit einem Magenbitter ausklingen. Ich war sogar noch eine Abfahrt mehr gefahren, da ich den letzten Tag nochmal übermütig wurde. Schwarze Pisten nahm ich vor lauter Schnee eh gar nicht mehr wahr.

Aber dann: 16 Uhr! Der letzte Lift schloss. Vorbei der Urlaub, ähm das Trainingslager natürlich. Noch schnell ein paar geworfene Schneebälle und einen Schneeengel hingehaucht mußten wir leider auch schon wieder Taschen packen.


Am Abfahrtstag hieß es dann noch eine Stunde Autos frei schippen, Anschiebehilfe geben und los. Nach 8 Stunden Autofahrt war die WSAP Chaostruppe wieder zurück von der Elbquelle in Tschechien im heimatlichen Hamburg an der Elbe.
Herrlich war's. Immer wieder gerne. Nächstes Mal nehmen wir jedoch den direkten Weg zur tschechischen Grenze und vielleicht doch Schneeketten mit :)
Dank an Henning, Falk und Chrischaan Kerkhoff für die Orga!

Astrid Botsch