WSAP

  Wassersportabteilung der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Allgemeines

'Geile Meile I' oder wie man uns um's Spanferkel-Essen betrog

Es war der 27. März 2004, eigentlich ein wunderschöner Samstagmorgen mit strahlendem Sonnenschein.... bis wir morgens im Radio von der Demonstration der Neo-Nazis in Winterhude hörten.

Christian und ich hatten uns am Vorabend den „schlauen“ Treffpunkt Barmbeker Str. ausgesucht, damit ich dort beim Griechen meinen Wagen abstellen konnte, da ich mich ja nach dem Mittagessen verabschieden wollte.

Optimistisch wie ich nun einmal bin fuhr ich trotz der morgentlichen Telefonwarnung durch Christian gutgelaunt Richtung Gertigstraße und sah nach kurzer Zeit nur noch „grün“: Wasserwerfer, Einsatzwagen etc. Ich versuchte es wie unser Rudi so „von Kollege zu Kollege“, aber da half auch kein mickriger Mitgliedsausweis der WSAP....keiner ließ mich durch. Vermutlich waren die Herren Polizisten durch meine Thermoskanne und meinen Campingbecher etwas irritiert und hielten mich für leicht verwirrt. Egal, als wir schließlich verspätet und nach diversen verkehrswidrigen Manövern am Verein ankamen, hatten unsere lieben Ruderkameraden schon die Boote im Wasser und wir brauchten nur noch einzusteigen, was natürlich auch seine Vorteile hatte. Leichte Vorwürfe konnten wir locker abwenden. Ein kleiner Wehrmutstropfen war auf jeden Fall das Fehlen von Eddi und Rudi. An dieser Stelle wünschen wir beiden gute Besserung!! Noch ein Schluck auf die beiden Kameraden aus einer der zahlreichen „geistreichen“ Gemeinschaftsflaschen (Junge, Junge was hattet Ihr wieder für´n Zeug mit) und pünktlich um 9 Uhr machten sich 1 Achter, 1 Vierer und 1 Dreier mit 17 Ruderwilligen traditionell auf, Richtung Isebekkanal-Ende. Das von Klaus Schopper (der „Geile Meilen Organisator“) bestellte Wetter war wie immer hervorragend, Stimmung war prächtig, Rudern ging leicht von der Hand. Auf dem Rückweg musste allerdings wegen „Verklappungsproblemen“ noch mal am WSAP-Steg angelegt werden.

Klaus hatte diesmal geplant, zuerst Richtung Ohlsdorf zu fahren, dann Aussenalster und die anderen Kanäle, um gegen 1 Uhr bei „Protesia“ anzulegen….beim „Griechen“ sollte es lecker Spanferkel geben, auf das sich Ingo schon die ganze Woche freute.

Auf dem Rückweg von Ohlsdorf legten wir bei den „Teichwiesen“ für eine kurze Frühstückspause an. Plötzlich klingelte bei Klaus Schopper das Handy. Dann verkündete er uns, dass unser „Grieche“ selbst auch nicht von der Polizei in sein Lokal gelassen wird und das Spanferkel-Essen ausfallen müsse. Lange Gesichter – was nun? Ingo war kaum zu trösten. Vor lauter Ärger um das verpasste Spanferkel entbrannten Diskussionen um das Demonstrationsrecht. Nützte ja aber alles nix, umdenken war angesagt. Alle an Alstergewässern gelegenen Gaststätten wurden „durchgekaut“ und schließlich einigten wir uns auf einen Griechen in Eppendorf, den Klaus kannte und der bestimmt 17 Leute ohne Voranmeldung beköstigen könne. Aber wann?

Also wurde kurzerhand die Route umgeplant: Stadtparkrunde - Aussen- und Binnenalster und dann in Eppendorf beim Kanuverein anlegen. Nahezu an fast jeder Brücke, die wir Richtung Stadtpark durchfuhren, grüßten uns freundliche Polizisten, die auf den Demo-Zug warteten. Gerne wäre wohl der ein oder andere lieber zu uns ins Boot gestiegen.

Nun gut: am Schulbehörden-Bootshaus musste ich mich dann leider verabschieden.

 

Wie wir ja aber alle schon wussten wollte Norbert ja ursprünglich beim Griechen in Winterhude zusteigen, um meine Lücke zu füllen. Er musste vormittags noch „fiedeln“ und wusste natürlich erst nichts von der Umplanung. Das Handy war hier wieder mal ein wertvoller Helfer: Er stieg bei „Favorite“ ins Boot dazu und so ging’s dann mit „Lückenfüller“ Norbert auf direktem Weg zurück nach Eppendorf. Und wie mir später berichtet wurde klappte dann alles weitere wie am Schnürchen. Die Anlegemanöver funktionierten, der Weg war nicht weit, das Lokal war geöffnet und hatte genügend Sitzplätze (um die Zeit!... es war schon 3 Uhr) und jeder bekam, was die Küche hergab. Das Essen war hervorragend, die Stimmung wurde immer besser, auch wegen einiger Ouzos und reichlich Gerstensaft, und so konnte man sich genügend Zeit lassen, da ja nur noch 2 km zum Verein zurückzulegen waren. Auch Eddi und Rudi wurden noch vom Griechen aus angerufen… sie ließen sich aber nicht überreden, ´ne Runde auszugeben… Günter, der Kassenwart, war ja leider nicht dabei. Da hat er sich seinen Urlaub wieder fein ausgesucht! Ich finde, dass wird nachgeholt, oder?

Nach dem Essen wieder am Steg legte erst der Vierer ab, und dann der Achter…und der wollte natürlich den Vierer überholen. Kalt, angetüdelt und mit vollem Magen gab es dann ein heftiges Pseudo-Rennen den Isekanal hinunter bis nach Hause (wenn Ihr Euch bloß mal für den „Fari-Cup“ so in die Riemen legen würdet). Christian berichtete mir später, dass ihm die Zunge zum Hals heraushing, aber er dachte sich wohl nicht als Einziger seinen Teil.

Am Anleger war´s aber schon wieder vergessen. Die Mehrzahl schrieb sich 40 km ins Fahrtenbuch (der Dreier 1 km mehr, weil er noch den Stadtparksee mitgenommen hatte) und selbst der „Heizer“ hatte nichts dagegen einzuwenden. Auch wenn ich nicht bis zum Schluss mit dabei war: Mit Euch fahr ich am liebsten. Ich freu mich schon auf die Geile Meile II im Oktober, ob mit oder ohne Spanferkel. Eddi und Rudi sind dann hoffentlich auch wieder mit von der Partie!